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orion - doro

July 2017

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winter - gloves

Viele Links, dies und das, ein paar Recs

Meine alljährliche Wintererkältung war diesmal eine Woche schneller als der plötzliche Wintereinbruch und mir geht es pünktlich zu eisigen Minustemperaturen schon fast wieder gut. Dafür war ich in den letzten Tagen kaum richtig online und meine Leselinks stapeln sich bis zur virtuellen Decke.

ayascythes deutscher 3-Sentence-Ficathon kann mit über 1000 Kommentaren wohl als voller Erfolg angesehen werden. :)

Spannend zu lesen fand ich einen Artikel zum Thema warum in Amerika so viel mehr Menschen im Gefängnis sind als sonstwo, was es bedeutet und wie es dazu kommen konnte. Wartet mit paar bestechenden Analysen und Schlussfolgerungen auf und liefert den historischem Kontext, um das Bild abzurunden.

Inmitten dieses Artikels hat mich etwas angesprungen, das genauso gut zu den ganzen Gesetzesinitiativen passen könnte, die derzeit aus dem Boden schießen, um die Freiheit im Internet zu beschneiden: “Merely chipping away at the problem around the edges” is usually the very best thing to do with a problem; keep chipping away patiently and, eventually, you get to its heart. Das hat mich an einen S.P.O.N Artikel von gestern erinnert, wo es heißt: Im Ringen ums Urheberrecht kämpft die Unterhaltungsbranche zunehmend verzweifelt gegen das Netz selbst.

Die Worte von Lee de Forest lassen keinen Zweifel an seiner Begeisterung. Das neue Medium sei "zum ruhigen Lernen" genauso geeignet wie für "pures Vergnügen". Er schwärmt von der "Freude, in Kontakt zu treten und Ideen auszutauschen". Das neue Medium böte "unvergleichliche Unterhaltung und nützliche Informationen" und würde "ermöglichen, Nachrichten aus aller Welt" zu bekommen. Es gibt ein Problem mit dem Internet, und das erkennt man daran, dass Lee de Forest diese Worte nicht Ende des 20. Jahrhunderts über das heraufziehende Internet verfasste, sondern 1920 über das Radio. Damals war dieses Medium eher eine Mischung aus CB-Funk und heutigem Radio, regelrechte soziale Netzwerke schienen den Enthusiasten möglich. Bis in die zwanziger Jahre entsprach die Hoffnung auf die gesellschaftsverbessernde Wirkung des Radios ziemlich genau den Hoffnungen, die heute ins Internet gesetzt werden. Nicht zufällig trägt Brechts Radiotheorie ihren Namen.

In seinem brillanten Buch "The Master Switch" von 2010 hat Tim Wu, Rechtsprofessor an der University of Columbia, faszinierende Parallelen beschrieben: Bisher sei noch jede elektronische Informationsstruktur vom Telefon über das Radio bis zum Fernsehen nach einer weitgehend freien, offenen Startphase zu einem präzise regulierten Oligopol geworden. Beherrscht von Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle schützen und ausbauen wollen - und sich bei diesem Kampf vor allem der Politik bedienen. "Eine Radiolizenz zu bekommen ist kinderleicht und kostet nichts", schrieb de Forest 1920. Ein paar Gesetze später hatte sich der Rundfunk in ein flächendeckendes, durchreguliertes Geschäftsmodell verwandelt.


Passend zum Thema: Google kann Blog-Inhalte auf Länderbasis sperren. Aber dafür immerhin: "Heise-Urteil": Verfassungsgericht weist Beschwerde der Musikindustrie ab. Links in Online-Artikeln sind auch dann erlaubt, wenn sie auf rechtswidrige Angebote verweisen. Das entschied das Bundesverfassungsgericht nun in letzter Instanz. Wenigstens etwas!

Neulich habe ich bei The Mary Sue einen Artikel über einen Mann gesehen, der George Washington in einen Zombie verwandeln wollte, die Familie war aber dagegen. O_O

Für mich war das ein Zeichen und ich habe endlich die Alexander Hamilton/George Washington-Story gelesen, die seit Yuletide auf meiner Leseliste stand: Force Majeure by astolat (~10,600 words). Amerikanische Revolution mit Magie und Slash. Liest sich prima als Original Fiction.

Ich liebe es, wenn Autoren ihre über LJ verstreuten Storys im AO3 noch einmal neu posten, denn das ist immer ein prima Anlass, sie noch einmal zu genießen. Zum Beispiel Burn by Shinybug (Merlin/Arthur, ~6,600 words). Beim zweiten Mal liest sie sich fast noch besser als beim ersten Mal. ♥
Merlin had not taken into account the possibility of aphrodisiacs and Arthur's proclivity for being poisoned.

Nur für Leute mit deviantART-Zugang: Merlin/Arthur Fanart von ThymusS (Bondage, außerdem... *guh*) und Merlin allein in Arthurs Bett (NSFW).

Metagedanken! sockkpuppett über Fans, die Tumblr dazu nutzen, Geld von anderen Fans zu sammeln.

XMFC: cesare schreibt in re the telepathy of charles francis xavier, phd phd phd phd phd über Charles Xaviers Telepathie und inwiefern dieser sechste Sinn für ihn die Funktion übernimmt, Körpersprache und Gesichtsausdrücke zu lesen, was erklären würde, warum er in sozialen Kontexten versagt, wenn er seine Telepathie bewusst nicht einsetzt.

ivyblossom reflektiert über New Fandom Tools: The Animated gif und bringt die Faszination dabei in wenigen Sätzen auf den Punkt. Nicht von dem illustrierenden Gif ablenken lassen! *g*

Comments

Der ficathon war (ist?) sensationell, kann ich nur zustimmen!

:))
Ich habe mir genau den falschen Zeitpunkt für meine Erkältung ausgesucht, aber ich wenn so über die Kommentare drüberlese, muss ich schon breit grinsen. Da kann man nur sagen, herzlichen Glückwunsch an ayascythe und ans deutschsprachige Fandom. :)
Danke für den Arthur/Merlin link, das war eine klasse Story.

Und die Sache mit dem Radio ist ja wirklich interessant und erschreckend! Ich möchte mir kein Internet vorstellen müssen, dass von Internet-"Sendern" bevölkert ist, die man dann wieder mal vorgekaute Kost vorsetzen ... Ich hoffe nur, der Professor hat nicht Recht und das Netz ist schon zu groß, um sich so vollständig wie das Radio vereinnahmen zu lassen.
Ich hoffe nur, der Professor hat nicht Recht und das Netz ist schon zu groß, um sich so vollständig wie das Radio vereinnahmen zu lassen.

Das hoffe ich auch, andererseits glaube ich schon, dass die mit ein paar Gesetzen wirklich viel kaputt machen können. Man muss die Schranken nur hoch genug schrauben, dass ein Mitmachnetz sich für den Normalbürger nicht mehr lohnt, und schon ist man bei einem reinen Konsummodell. Da will ich gar nicht länger drüber nachdenken, sonst kann ich nicht mehr gut schlafen.